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Partnerschaften in der Region sind wichtig …

GMUNDEN. Schrittweise öffnen Geschäfte und Betriebe, Unternehmen stellen sich auf die „neue Normalität“ ein. Die Auswirkungen des „Shutdown“ und die aktuell notwendigen Maßnahmen sind je nach Branche sehr unterschiedlich, wie ein Tips-Gespräch mit Vertretern der Stern Gruppe zeigt.

Tips: Wie hat sich die aktuelle Situation auf die einzelnen Bereiche der Stern-Gruppe ausgewirkt?

Karl Neumann: Wir haben bis jetzt die Krise positiv gemeistert, etwa mit der Wiederaufnahme der Tätigkeiten im Baubereich. Unsere höchste Wertschätzung geht dabei an unsere Mitarbeiter, die mit uns durch die Krise gegangen sind – aber natürlich auch an unsere Kunden und Partner und an alle jene, die jetzt als System-erhalter fungieren. Insgesamt sind die Rahmenbedingungen in den einzelnen Konzernbereichen – vor allem durch diverse Sicherheitsmaßnahmen – sehr unterschiedlich. Insgesamt arbeiten wir aber fast überall wieder sehr stark bzw. beinahe voll.

Tips: Weil bereits vom Baubereich die Rede war: Was sind hier die größten Herausforderungen bzw. wie stellen Sie die Sicherheit der Mitarbeiter sicher?

Gerhard Rastinger: Herausfordernde Tage und Wochen liegen hinter uns. Als es zu dieser – notwendigen – Vollbremsung durch die Politik gekommen ist, waren wir gerade in voller Fahrt und in Vorbereitung auf das heurige 125 Jahr-Jubiläum der GEG. Unser Management hat dann auf alle laufenden Regierungsvorgaben immer sehr rasch reagiert – zum Schutz unserer Partner und Mitarbeiter, die ja auch unser „Kapital“ sind. Neben den Änderungen auf den Baustellen selbst, für die es sehr konkrete und auch machbare offizielle Handlungsrichtlinien gibt, haben wir auch anderes umgestellt: Home-Office, dezentrale Auftragsabwicklung, versetzte Arbeitszeiten und eine Erhöhung der Hygiene-Standards. Wir sehen es als unsere gesellschaftliche Pflicht an, die vereinbarte Abwicklung der Aufträge auszuführen. Schließlich gehören führende Lebensmittelhersteller wie etwa die Gmundner Molkerei zu unseren Kunden und wir haben auch als Errichter und Betreuer von sicherheitsrelevanten Anlagen unserer Verantwortung laufend nachzukommen.

Karl Neumann: Auch bei den Gmundner Fertigteilen, bei denen wir gemeinsam mit Asamer Hälfte/Hälfte-Eigentümer sind, fahren wir nach einem kurzen Stillstand wieder auf 100 Prozent hoch. In der Produktion ist ein sicheres Arbeiten möglich, Herausforderungen entstehen aber teilweise beim internationalen Transport: Asien funktioniert, ist aber nicht so einfach wie sonst, andere Länder, wie etwa die Schweiz, haben den Baubereich fast völlig eingestellt. Insgesamt gibt es auch hier täglich neue Herausforderungen, sowohl für uns als Konzern, als auch für die Mitarbeiter.

Tips: Ebenfalls von den Maßnahmen getroffen – wenn auch in anderer Form – ist der Konzernbereich Verkehr. Wie geht man hier mit der „neuen Normalität“ um?

Günter Neumann: Der Verkehrsbereich mit Bus und Bahn musste aufrecht bleiben, wir haben aber sehr schnell im Sinne der Gesundheit unserer Mitarbeiter reagiert: So wurden in den Bussen die Vordertüren nicht mehr geöffnet, die ersten Reihen mussten frei bleiben. Mit der Schließung der Schulen gab es dann den Auftrag, den Fahrplan zu reduzieren. Wir hatten in dieser Zeit natürlich auch einen massiven Rückgang bei den Fahrgastzahlen – mittlerweile merken wir aber auch schon wieder einen Zuwachs. Um Mitarbeiter und Kunden zusätzlich zu schützen, haben wir auch die Reinigung massiv verstärkt, unter anderem durch eine Desinfektion der Wagons mittels Kaltvernebelung – das Gerät stammt von einem Unternehmen aus Gampern.

Karl Neumann: Was derzeit natürlich nicht durchgeführt werden kann, ist die Schifffahrt. Ich gehe davon aus, dass der Tourismus sich in nächster Zeit mehr auf Österreich konzentriert, aber dieser Bereich ist natürlich schwierig. Es wird sicher auf mehr Abstand hinaus laufen.

Tips: Gesamt gesehen: Wie ist derzeit die Beschäftigungslage für die über 700 Mitarbeiter der Stern Gruppe? Wie ist Ihr Blick in die Zukunft?

Karl Neumann: Der Neustart ist natürlich ein längerer Prozess, aber wir stehen zu unseren Mitarbeitern. Mit dem Abbau von Alturlauben und Zeitausgleich konnten wir vieles ausgleichen. Kurzarbeit musste nur für wenige Mitarbeiter in der Schifffahrt angemeldet werden, Corona-bedingte Kündigungen kommen für uns derzeit nicht in Frage.Wir sind ein stabiles Unternehmen und schauen zuversichtlich in die Zukunft. Wir arbeiten an vielfältigen Strategien. Gleichzeitig müssen wir situativ reagieren.

Was wir in dieser Zeit verstärkt festgestellt haben, ist die Bedeutung der gegenseitigen Partnerschaften in der Region. Wir sind auch nur ein „Rädchen“ in der Wirtschaft und abhängig von Lieferanten,… Und hier ist es wichtig, sich aufeinander verlassen zu können. Hier erwarte ich mir schon auch bei manchen ein Umdenken – dann könnte die Gesellschaft auch etwas Positives aus dieser schwierigen Situation mitnehmen.

Quelle: Daniela Toth Daniela Toth, Tips Redaktion, 2020-04-21